Eine 4-jährige Mischlings Hündin („Kalamaki“), 21kg wurde abends als Notfall mit offener Bauchwunde und vorgefallenen und teilweise fehlenden Baucheingeweiden nach Sterilisation an anderer Stelle eingeliefert. Laut Besitzer ist die Hündin vermutlich über die Gartenmauer gesprungen.
Der Besitzer hat in weiterer Folge ein etwa 20 und ein etwa 40cm langes Dünndarmstück im Garten gefunden.

fehlender Dünndarm- und Milzteil

„Kalamaki“ war in Seitenlage, die Pulsfrequenz 200, die Pulsqualität schwach und fadenförmig, die Bindehäute hochgradig anämisch. Labordiagnostisch zeigten sich eine Granulozytose und Anämie (4,76 Mill. Erythrozyten / mm³, Hämatokrit 35,2%).
Es wurde eine schmerzstillende Behandlung und Schocktherapie eingeleitet, die vorgefallenen Organe wurden gereinigt und mit Ringerlösung gespült.

Bei der chirurgischen Versorgung stellten wir einen fehlenden Dünnndarmteil (Jejunum), einen fehlenden Milzteil fest. Große Teile des Netzes (Omentum majus) fehlten ebenfalls und es war ein Hämatom (Bluterguss) im Bereich der linken Mesovarialligatur sichtbar.

End- zu End- Anastomose des Jejunum

Es erfolgte ein Debridement der Jejunumenden, End- zu End- Anastomose, Revision der Milz und Mesovarialstümpfe sowie der Cervix, Verschluss der Gekröselücke, Bauchhöhlenlavage und routinemäßiger fortlaufender Bauchwandverschluss mit synthetischem resorbierbarem Nahtmaterial.

„Kalamaki“ am 1.postoperativen Tag

Als Teil der postoperativen Behandlung wurde wegen des Blut- und Gesamteiweißverlustes Vollblut transfundiert.
Die Hündin hat am ersten Tag noch erbrochen, ab dem 2. postoperativen Tag besserte sich ihr Zustand kontinuierlich.

Am 3. postoperativen Tag wurde der Venekatheter entfernt und „Kalamaki“ in häusliche Pflege entlassen. Bei der Entfernung der Hautnaht am 13. postoperativen Tag war ihr Allgemeinbefinden normal und die Wunde per primam verheilt. Bei der letzten Kontrolle im Rahmen der Jahresimpfung am 4. Juli 2005 (fast 3 Jahre später) ging es der Hündin sehr gut.