Tierklinik Landegg - Seniorencheck

- ab dem Alter von 8 (bei großen Hunden 6) Jahren besteht aus

  • allgemeiner klinischer Untersuchung einschließlich der rektalen Untersuchung der Prostata (Rüde), der Analbeutel und Analbeuteldrüsen (besonders bei Hündinnen)
  • Gewichtskontrolle
  • Blutuntersuchung (Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Bluteiweißkörper)
  • Harnanalyse
  • parasitologischer Kotuntersuchung

Als Vorbeugung und zur Verbesserung des Allgemeinzustandes setzen wir sogenannte Antioxidantien (z. B., Vitamin E, bestimmte ungesättigte Fettsäuren) oder Stoffwechselmedikamente ein. In ausgewählten Fällen haben wir zum Beispiel mit Propentofyllin (Tabletten, die 1 bis 2x täglich verabreicht werden) sehr gute Erfahrungen.

 

Referenz 1.
American Journal of Veterinary Research 1998;59:686-691

Ältere Hunde benötigen rund 20% weniger Futter, der Bedarf an hochwertigem Eiweiß steigt. Sie erhalten bei uns oder im Handel auf Senioren abgestimmtes Futter, wir führen auch "Light"- Produkte zur Verringerung von Übergewicht. Besonders bei größeren Hunden sollte das Futter nicht einmal täglich serviert, sondern auf zwei oder mehr Rationen aufgeteilt werden. Darmträgheit oder Verstopfung können durch ballaststoffreiche Diät, 1 Esslöffel Öl oder durch Milch verhindert werden. Viele ältere Hunde vertragen keine Knochen mehr, besser sind spezielle Snacks.

Erkrankungen der Mundhöhle wie Zahnstein, Parodontose und Zahnfleischentzündungen treten im Alter häufiger auf und machen das Fressen manchmal schmerzhaft. Bei näherem Kontakt fällt dann auch der unangenehme Mundgeruch auf. Parodontitis und eitrige Zahnwurzeln sind Bakterienherde, welche über Giftstoffe oder durch Absiedelung von Keimen andere Organe wie Herzklappen oder Nieren schädigen können. Verschiedene Studien weisen auf die Wichtigkeit regelmäßiger Zahnkontrollen vor allem beim älteren Hund hin (1).

Probleme des Bewegungsapparates äußern sich in Schwierigkeiten aufzustehen, ins Auto zu springen, als Lustlosigkeit längere Spaziergänge zu machen oder Lahmheit. Generell empfehlen wir bei zu dicken Hunden eine Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung etwa durch häufige Spaziergänge. In ausgewählten Fällen können kleine Dosen von entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. Aspirin) oder physikalische Therapie wie Magnetfeld hilfreich sein. Bei chronischen Schmerzen, wie zum Beispiel der Arthrose des Hüft- oder Kniegelenkes kann ein chirurgischer Eingriff angezeigt sein.

Auch das Risiko von Tumorerkrankungen ("Krebs") steigt mit höherem Lebensalter. Auch hier ist die Chance einer Heilung bei Früherkennung höher, als wenn bereits klinische Beschwerden auftreten. Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung können viele Tumorerkrankungen geheilt werden. So ist zum Beispiel ein kleiner Milchdrüsentumor leichter zu entfernen als ein großer, außerdem ist die Gefahr einer Metastasierung (Absiedlung in anderer Organe) geringer.

Ältere Hunde haben oft eine herabgesetzte Immunabwehr, deshalb ist die jährliche Impfung gegen Staupe, Hepatitis (ansteckende Leberentzündung), Leptospirose, Parvoviruserkrankung (Katzenseuche), Tollwut und Atemweginfektionen ("Zwingerhusten") besonders wichtig.

Der Alterungsprozess beginnt bei Hunden mit 5 bis 7 Jahren und geht mit charakteristischen Veränderungen einher. Auch Leistungsanforderungen, Haltungsbedingung und die Ernährung spielen eine wesentliche Rolle. Oft fallen Ihnen als Besitzer Veränderungen am ehesten auf. Für uns ist daher ein genauer Vorbericht sehr wichtig. Alterungsvorgänge zeigen sich äußerlich durch Ergrauen der Haare vor allem am Kopf, es kommt zu einer Reduzierung der Zahl und Größe von Zellen in den Geweben und damit zu einem geringeren Stoffumsatz. Die Leistungsfähigkeit einzelner Organe wie Verdauungstrakt, Leber oder Nieren kann zurückgehen, Temperament und Bewegungslust können nachlassen.